Antiker Samtumhang um 1865 – Provenienz Prinzessin Clémentine d’Orléans, Nachlass Sachsen-Coburg-Koháry & Württemberg
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Samtumhang, ca. 1865 – Provenienz Prinzessin Clementine d’Orléans & Sachsen-Coburg-Koháry
Provenienz & Familiengeschichte
Bei diesem außergewöhnlichen Samtumhang beginnt die Geschichte auf der Rückseite – im wörtlichen wie im historischen Sinne.
Der Umhang stammt aus dem Nachlass von Dr. Alexander Eugen Herzog von Württemberg (1933–2024). Er wurde in einem Koffer aufbewahrt, der mit folgendem Etikett versehen war:
„Handbestickte Unterwäsche von Prinzessin Marie Louise von Bulgarien (geb. Prinzessin von Bourbon-Parma) / Sonnenschirme von Prinzessin Clementine von Sachsen-Coburg, geb. Prinzessin von Orléans.“
Alexander Eugen war der Sohn von Nadejda Klementine Maria von Bulgarien (1899–1958) und Albrecht Eugen Herzog von Württemberg (1895–1954). Nadejdas Eltern waren Prinzessin Marie Louise von Bourbon-Parma (1870–1899) und Zar Ferdinand I. von Bulgarien (1861–1948). Ferdinands Eltern waren Prinz August von Sachsen-Coburg-Koháry und Prinzessin Clementine d’Orléans (1817–1907).
Dieser Umhang stammt aus dem Nachlass von Prinzessin Clementine, der Tochter von Louis-Philippe I. d’Orléans, König der Franzosen, und Maria Amalia von Bourbon. Clementine heiratete am 20. April 1843 im Schloss Saint-Cloud den Prinzen August von Sachsen-Coburg-Koháry. Das Paar residierte im Palais Coburg in Wien.
Der Umhang – vermutlich Teil von Clementines Garderobe – gelangte durch Vererbung in das Haus Württemberg. Unserer Erfahrung nach wurden Kleidungsstücke dieser Art nur dann bewahrt, wenn sie mit einer besonderen Familienerinnerung verbunden waren und von Großmutter zu Tochter an Enkelin weitergegeben wurden.
Konstruktion & Materialien – Samt, Fransen & Übergangsdesign
Textilie & Farbgebung
Dieser außergewöhnliche Umhang ist aus Samt gefertigt und stammt aus der Zeit um 1865. Seine Grundfarbe ist Grün, angereichert mit schwarzen und lachsfarbenen Partien. Diese Farben wiederholen sich in der üppigen Fransenborte sowie im gewebten Stoff selbst.
Schnitt & Silhouette
Der Umhang ist:
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hinten rund geschnitten, typisch für die runden Krinolinenkleider der 1860er Jahre
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vorne im Dolman-Stil, was die Oberbekleidungsmode der Jahrhundertmitte widerspiegelt
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innen gesteppt, was für Wärme und Struktur sorgt
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optisch als Übergangsumhang vom Sommer zum Herbst geeignet
Seine handwerkliche Qualität und Farbpalette ordnen ihn eindeutig der raffinierten aristokratischen Mode des Zweiten Französischen Kaiserreichs und der österreichischen Hofkreise zu.
Zustand
Der Umhang ist in einem sehr guten bis exzellenten Zustand erhalten, mit:
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stabilem Samt
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intakten Fransen
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sauberer Innensteppung
Ein seltenes Überbleibsel aristokratischer Oberbekleidung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Maße
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Vordere Länge: ca. 120 cm
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Rückenlänge: ca. 85 cm
Biografischer Kontext – Prinzessin Clementine d’Orléans
Prinzessin Clementine
Clementine wurde am 3. Juni 1817 im Château de Neuilly-sur-Seine geboren und war die Tochter von Louis-Philippe I., König der Franzosen, und Maria Amalia von Bourbon. Nach der Thronbesteigung ihres Vaters im Jahr 1830 erhielt sie den Titel Prinzessin von Orléans.
Am 20. April 1843 heiratete sie im Schloss Saint-Cloud den Prinzen August von Sachsen-Coburg-Koháry, Bruder von König Ferdinand II. von Portugal. Das Paar lebte im Palais Coburg in Wien, wo Clementine zu einer zentralen Figur der europäischen dynastischen Netzwerke wurde.